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Diesen Frühling habe ich in der Steiermark alte Holztüren renoviert – und beschlossen, den gesamten Ablauf Schritt für Schritt zu dokumentieren. Die Vorgehensweise ist dieselbe, egal ob Innen- oder Eingangstür. Das Wichtigste: die richtige Reihenfolge und etwas Geduld.
1. Werkzeug und Material
Alles vorbereiten, bevor es losgeht – damit man mittendrin nicht aufhören muss.
Werkzeug:
- Heißluftfön (Baumarkt)
- Malerspachtel / Schaber
- Exzenterschleifer
- Schleifpapier Körnung 80 und 240
- Weicher Schleifklotz (z.B. Bosch) mit Schleifpapier 240 – für Profile und schwer zugängliche Stellen
- Normaler Spachtel (zum Auftragen der Spachtelmasse)
- Pinsel oder kleine Rolle (für Grundierung und Farbe)
- Malerkreppband
Material:
- Acryl-Spachtelmasse / Holzspachtel
- Grundierung (für Holz, als Untergrund für Farbe)
- Farbe oder Lack (Glanz oder Matt – nach Wunsch)
- Verdünner oder Entfetter zur Reinigung vor dem Lackieren

2. Vorbereitung
Bevor man zum Schleifer greift – Tür und Arbeitsplatz richtig vorbereiten.
- Tür aushängen – liegend auf Böcken oder am Boden arbeiten ist deutlich einfacher und sicherer.
- Beschläge entfernen – Griff, Schloss, Scharniere (wenn möglich). Das erleichtert Schleifen und Lackieren erheblich.
- Glas: Wenn möglich – Glas herausnehmen. Das ist die beste Lösung. Wenn nicht möglich – sorgfältig mit Malerkreppband abkleben.
- Lüftung – beim Erhitzen alter Farbe entstehen giftige Dämpfe. Draußen oder in gut belüfteten Räumen arbeiten.
3. Schritt 1: Alte Farbe, Aufkleber und Schmutz entfernen
Das ist der aufwendigste Schritt. Geduld ist gefragt.
Heißluftfön + Spachtel:
- Oberfläche abschnittsweise erhitzen – die Farbe beginnt zu blasen und löst sich ab.
- Sofort mit Spachtel oder Schaber abnehmen, solange die Farbe weich ist.
- Nicht zu lange an einer Stelle erhitzen – das Holz kann verbrennen.
Aufkleber und hartnäckiger Schmutz:
- Aufkleber lassen sich gut mit dem Fön lösen – erhitzen, mit dem Spachtel abheben, abziehen.
- Klebstoffreste mit Verdünner oder Entfetter entfernen.
Hinweis: Es müssen nicht alle Schichten bis aufs blanke Holz entfernt werden – wichtig ist, alle losen, abblätternden und blasigen Stellen zu beseitigen. Fest haftende alte Schichten können bleiben.
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4. Schritt 2: Schleifen
Nach dem Entfernen der Farbe muss die Oberfläche geglättet und für die nächsten Schritte vorbereitet werden.
Reihenfolge:
- Mit Körnung 80 beginnen – entfernt Farbreste, gleicht die Oberfläche aus.
Exzenterschleifer:
- Die beste Wahl: hinterlässt keine Schleifspuren, arbeitet schnell.
- Immer in Faserrichtung des Holzes schleifen.
Schwierige Stellen – Profile, Ecken, Nuten:
- Mit dem Schleifer nicht erreichbar.
- Weichen Schleifklotz mit Körnung 240 verwenden (z.B. von Bosch) – er passt sich dem Profil an und verkratzt nicht.
- An besonders engen Stellen das Schleifpapier einfach falten und von Hand arbeiten.
Nach dem Schleifen:
- Staub gründlich entfernen – Staubsauger, Bürste, dann leicht feuchtes Tuch.
- Vor dem nächsten Schritt muss die Oberfläche vollständig trocken sein.

5. Schritt 3: Holzreparatur
Nach dem Schleifen sind alle Schäden gut sichtbar – Risse, Dellen, tiefe Kratzer. Diese müssen vor dem Lackieren ausgefüllt werden.
Material:
- Gewöhnliche Acryl-Spachtelmasse / Holzspachtel – in jedem Baumarkt erhältlich.
Vorgehensweise:
- Etwas Spachtelmasse auf den Spachtel nehmen.
- In die Schadstelle eindrücken – mit leichtem Überstand.
- Vollständig trocknen lassen (laut Verpackung, meist 1–2 Stunden).
- Nach dem Trocknen mit Schleifpapier 240 bündig schleifen.
- Bei Bedarf einen zweiten Auftrag – falls die Masse geschrumpft ist.
Tipp: Acryl-Spachtelmasse lässt sich gut schleifen und nimmt Farbe gut an. Keine Epoxidmasse verwenden – sie ist zu hart und lässt sich schlecht schleifen.
6. Schritt 4: Grundierung
Grundierung ist ein Pflichtschritt – nicht überspringen.
Warum Grundierung:
- Verbessert die Haftung – Farbe hält deutlich besser.
- Gleicht die Saugfähigkeit der Oberfläche aus – Farbe wird gleichmäßig aufgenommen.
- Schützt das Holz vor Feuchtigkeit unter dem Deckanstrich.
Auftragen:
- Mit Pinsel oder kleiner Rolle – dünn und gleichmäßig.
- Bei Acrylgrundierung reicht 1 Stunde Trockenzeit.
- Nach dem Trocknen leicht mit Schleifpapier 240 überarbeiten – Staub entfernen.
7. Schritt 5: Lackieren
Der letzte Schritt. Nicht hetzen.
Farbe oder Lack:
- Glanz – wirkt edel, lässt sich leichter reinigen, betont aber jede Unebenheit.
- Matt – kaschiert kleine Mängel, wirkt zurückhaltender.
- Für Außentüren – Farbe oder Lack mit Witterungsbeständigkeit und UV-Schutz verwenden.
Auftragen:
- Immer in dünnen Schichten – drei dünne Schichten sind besser als eine dicke.
- Pinsel – für Profile und Ecken. Rolle – für glatte Flächen.
- Jede Schicht vollständig trocknen lassen. Bei Acrylfarben reicht 1 Stunde. Im Sommer draußen oft schon 30 Minuten.
- Zwischen den Schichten leicht mit Schleifpapier 240 schleifen und Staub entfernen.
Anzahl der Schichten:
- Mindestens 2 Schichten Decklack, besser 3.
- Für Außentüren – 3 Schichten.
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8. Häufige Fehler
Aus eigener Erfahrung – was schiefgelaufen ist oder hätte schiefgehen können:
- ❌ Grundierung weglassen – Farbe blättert später ab, besonders auf gespachtelten Stellen.
- ❌ Bei kaltem oder feuchtem Wetter lackieren – Farbe trocknet ungleichmäßig, Blasenbildung möglich. Aber auch direkte Sonne ist ungünstig. Am besten: draußen unter einem Vordach bei trockenem Wetter arbeiten.
- ❌ Zu dicke Schicht auf einmal auftragen – Läufer und lange Trockenzeit.
- ❌ Glas nicht abkleben – nachher sehr mühsam zu reinigen.
- ❌ Schleifstaub nicht entfernen – Staub gelangt in die Farbe und ruiniert die Oberfläche.
- ❌ Zwischen den Schichten zu wenig warten – wenn die vorherige Schicht nicht trocken ist, haftet die nächste schlecht.
❓ Häufigе Fragen
Muss die gesamte alte Farbe entfernt werden?
Ja. Mit dem Heißluftfön geht das deutlich einfacher als mit Schleifpapier allein.
Kann man die Tür auch im eingehängten Zustand lackieren?
Ja, aber es ist umständlich. In der Waagrechten lässt es sich viel besser arbeiten – und Läufer sind ausgeschlossen.
Was ist der Unterschied zwischen Acryl- und Epoxidspachtel?
Acryl ist weicher, lässt sich gut schleifen und eignet sich gut für anschließendes Lackieren. Epoxid ist sehr hart, schwer zu schleifen und eher für strukturelle Reparaturen geeignet – nicht für die kosmetische Ausbesserung.
Wie lange dauert der gesamte Prozess?
Bei einer Tür etwa 2–3 Tage – inklusive Trockenzeiten für Grundierung und Lackschichten. Nicht hetzen – die Qualität hängt direkt davon ab, ob man die Trockenzeiten einhält.
Welche Farbe eignet sich für eine Außentür?
Alkyd- oder Polyurethanfarbe mit dem Hinweis „für Außenbereich" und UV-Schutz. Sie sind beständig gegen Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und Ausbleichen.
