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Die richtige Beleuchtung in öffentlichen und gewerblichen Räumen verdient nicht weniger Aufmerksamkeit als in Wohninterieurs. Licht beeinflusst die Wahrnehmung eines Raumes weit stärker als Materialien oder Möbel: Es kann ein Interieur ebenso aufwerten wie zerstören.
Im Folgenden finden Sie einen Leitfaden zur Lichtplanung für verschiedene Raumtypen, basierend auf professionellen Prinzipien des Lichtdesigns.

1. Restaurants und Geschäfte: Atmosphäre und Wahrnehmung
In hochwertigen Boutiquen und gehobenen Restaurants schafft professionelle Beleuchtung die gesamte Atmosphäre.
- Lichttemperatur: Für ein gemütliches und hochwertiges Ambiente empfiehlt sich in Restaurants warmes Licht (3000 K). In Geschäften hängt die Wahl der Temperatur von der jeweiligen Marke ab, wichtig ist jedoch die Einheitlichkeit: Der gleichzeitige Einsatz unterschiedlicher Lichttemperaturen in einem Szenario erzeugt den Eindruck einer billigen Renovierung.
- Szenarien: Eine Unterteilung in Grund-, Dekorations- und Akzentbeleuchtung ist unerlässlich.
- Farbwiedergabe (CRI): Für Boutiquen und Restaurants ist der Farbwiedergabeindex (CRI) entscheidend, damit Farben von Waren und Speisen möglichst natürlich wirken.
2. Schulen: Konzentration und Gesundheit
In Bildungseinrichtungen soll Licht die Leistungsfähigkeit fördern, ohne die Augen zu belasten.
- Arbeitsbeleuchtung: Hier eignet sich neutrales Licht (nahe 4000 K), das der Realität am nächsten kommt und keine Müdigkeit erzeugt.
- Lichtstärke und Komfort: Unzureichende Beleuchtungsstärke führt zu Überanstrengung der Augen und schneller Ermüdung. Zu helles Licht wiederum kann sich negativ auf den biologischen Rhythmus der Schüler auswirken.
- Schattenfreiheit: Leuchten sollten so positioniert werden, dass keine Schatten auf Arbeitsflächen (Schulbänken) entstehen – vergleichbar mit der richtigen Beleuchtung einer Küchenarbeitsplatte oder eines Spiegels.
Genau nach diesen Prinzipien wurde die Beleuchtung in der Mittelschule Passail umgesetzt: Leuchten mit einer Lichttemperatur von 4000 K wurden durch programmierbare Helligkeits- und Bewegungssensoren ergänzt. So konnte gleichmäßiges, augenfreundliches Licht mit einem effizienten Energieverbrauch während des Schulalltags kombiniert werden.
3. Industrie- und Produktionsräume
In Industriebereichen steht die Beleuchtung vor allem für Sicherheit und Effizienz.
- Grundbeleuchtung (Arbeitslicht): Sie muss möglichst hell und gleichmäßig sein, damit jedes Detail, jeder Staub und jede Verunreinigung erkennbar bleibt.
- Schattenvermeidung: Schatten durch Anlagen oder Mitarbeiter selbst müssen vermieden werden. Beispielsweise darf eine Leuchte nicht so über einem Arbeitsplatz platziert werden, dass die Person sich selbst einen Schatten auf die Hände wirft.
- Kennwerte: Bei der Planung solcher Räume sind Lichtberechnungen zwingend erforderlich, die nicht nur die Helligkeit, sondern auch den Abstrahlwinkel berücksichtigen.
4. Sporthallen
Die Beleuchtung von Sporthallen muss die Besonderheiten der jeweiligen Aktivitäten berücksichtigen.
- Blendschutz: Dies ist ein kritischer Punkt. Punkt- oder Richtleuchten dürfen nicht dort installiert werden, wo Personen liegen (auf Matten oder Bänken), da das Licht direkt in die Augen strahlen und stören würde.
- Gleichmäßigkeit: Das Licht muss so verteilt werden, dass keine Zonen mit starkem Kontrast entstehen, die das Sehvermögen bei Bewegung überlasten.
5. Parkhäuser: Orientierung und Sicherheit
Bei Parkflächen steht die Funktionalität im Vordergrund.
- Orientierungslicht: Die Hauptaufgabe besteht darin, eine sichere Bewegung bis zum gewünschten Ziel (Ausfahrt, Aufzug) zu gewährleisten.
- Vermeidung von Ermüdung: Das Licht soll bei der Orientierung helfen, ohne zu blenden, damit Fahrer nicht gegen Ecken oder Türen stoßen.
- Automatisierung: Der Einsatz von Bewegungssensoren ist sinnvoll, muss jedoch korrekt eingestellt werden, um Fehlauslösungen und Störungen zu vermeiden.

Allgemeine Empfehlungen für alle Objekte
- Einheitliche Lichttemperatur: Innerhalb einer Zone sollten alle Leuchten dieselbe Lichtfarbe haben, damit der Raum stimmig wirkt.
- Szenarienvielfalt: Auch in Gewerberäumen sorgen mindestens drei Lichtszenarien (Grundlicht, Arbeitslicht, Nacht-/Dekorationslicht) für einen komfortableren Betrieb.
- Professionelle Planung: Für anspruchsvolle Objekte im gehobenen Segment ist die Einbindung von Lichtplanern für ein qualitativ hochwertiges Projekt unerlässlich. Diese Prinzipien gelten unabhängig von der Größe des Ortes: Durchdachtes Lichtdesign ist in Graz und in der gesamten Steiermark ebenso gefragt wie bei großen städtischen Projekten – professionelle Beleuchtung ist unabhängig vom Umfang des Objekts wichtig.